Braucht Berlin eine weitere Verdichtung durch Wohnungsbau?

Ich denke nein.

Ja, – Berlin braucht bezahlbaren Wohnraum, aber nicht auf Kosten gewachsener Grün- und Freiflächen. Die Bequemlichkeit sich an Grünflächen zu vergreifen, statt im Bestand den Verkauf an Privatinvestoren zu unterbinden und eine Sanierung mit Augenmaß durchzuführen, scheint keine Grenzen zu kennen. Natürlich ist es leichter mit einem Bagger Kleingartenkolonien zu roden, natürlich ist es leichter eine Freifläche wie das Tempelhofer Feld zu bebauen, aber wir haben so viele „Bausünden“ in Berlin, die ohne Weiteres für den Wohnungsbau abgerissen und im Sinn der Europäischen Stadt entwickelt werden können, ohne wichtige Habitate für Fauna und Flora zu zerstören. Natur ist überlebenswichtig für die Stadt.

Die meisten Flächen, die sich zum Wohnungsbau eignen, sind im Privateigentum. Bei den Kleingartenflächen ist das anders. Der Stadt gehören mehr als drei Viertel der Fläche aller Berliner Kleingärten. Zum Teil wird am Stadtrand gebaut, aber nur in Gegenden mit S- und U-Bahnlinien. Oder in Gebieten mit besonderer Wohnqualität, zum Beispiel am Wasser von Havel und Spree. Das Problem: Die Außenbereichen sind oft nur schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, aber anstatt das zu ändern, geht man den Weg des geringsten Widerstandes. Auch Ärzte, Supermärkte und Kitas fehlen. Die Ränder der Stadt müssen erschlossen werden, was natürlich sehr teuer ist.

Es ist die heutige Lebensqualität, die Berlin so lebenswert macht und man schielt nur auf die Kosten, die zur Erweiterung der Infrastruktur benötigt werden, entstehen.

Genau der gleiche Fehler, der zum Beginn der Industrialisierung in Berlin gemacht wurde, wird hier wiederholt. James Hobrecht entwickelte einem Plan dem seinerzeit entgegen zu steuern. Der Hobrecht-Plan sah folgendes vor (Zitat):

 Bedingt durch das Wachstum der Stadt und die 1861 erfolgten Eingemeindungen reichten die Planungen der Hobrecht-Kommission weit über das damalige Stadtgebiet hinaus. Der am 18. Juli 1862 als Bebauungsplan der Umgebungen Berlins genehmigte Hobrecht-Plan umfasste in 14 Abteilungen das bebaute und kartografisch erfasste unbebaute Land der Städte Berlin und Charlottenburg sowie der Gemeinden Reinickendorf, Weißensee, Rixdorf und Wilmersdorf

Umgesetzte und nicht realisierte Teile des Plans mit weiteren Stadterweiterungen

Von Sebastian GollinDer ursprünglich hochladende Benutzer war S. Gollin in der Wikipedia auf Deutsch - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57420859
Von Sebastian Gollin

Der Plan sah zwei ringförmige Gürtelstraßen vor, die die Städte Berlin und Charlottenburg komplett umgeben. Die dazwischen liegenden noch unbebauten Flächen sollten durch Diagonalstraßen und nach allen Richtungen führende Ausfallstraßen in rechtwinklige Baublöcke aufgeteilt werden. Zur Straße sollten bürgerliche Wohnhäuser entstehen, in den Innenhöfen war Wohnraum für Arbeiter und Werkstätten vorgesehen. Hobrecht erwartete, dass dadurch verschiedene Bevölkerungsschichten friedlich zusammenleben könnten.

Umgesetzte und nicht realisierte Teile des Plans mit weiteren Stadterweiterungen

Da das Bauen durch keine weitergehenden Vorschriften geregelt wurde, entstand in den Folgejahren eine sehr dichte Bebauung. Der Mangel an weitergehenden Vorschriften führte zu Immobilienspekulationen und dem Wachstum der berüchtigten Mietskasernen des ‚Steinernen Berlins‘, in denen die Menschen unter engsten Verhältnissen wohnten.

Hobrecht als Verfasser des Planes wird oft als Hauptschuldiger für die Entstehung der Mietskasernen und der dortigen schlechten Wohnverhältnisse angesehen. Erst in der heutigen Zeit wird die Bedeutung des Hobrecht-Plans für die Stadtentwicklung anerkannt. Die eigentliche Verantwortung für die Entstehung der dichten Blockbebauung trugen die Spekulationen mit Immobilien und der Gesetzgeber, der damals seine Steuerungsfunktion für die Entwicklung kaum wahrnahm. Nicht die Planung ist die Ursache des Mietskasernen-Problems, sondern das Streben mit möglichst wenig Finanzeinsatz einen hohen Gewinnertrag zu erreichen. Trotz der negativen Wirkungen war der Hobrecht-Plan Voraussetzung für die Lösung des zur Jahrhundertwende entstehenden Wohnungsproblems und ermöglichte die für die Stadthygiene unumgängliche Einführung der Stadtentwässerung. Heute noch ist seine Planung bestimmend für weite Teile des Berliner Stadtbildes.

Klaus Strohmeyer: James Hobrecht. (1825–1902) und die Modernisierung der Stadt. Verlag für Berlin-Brandenburg 2000

Das ist die eine Seite, auf der anderen Seite werden wir durch den Klimawandel vor große Herausforderungen gestellt. Die Stadt wird sich weiter aufheizen und jede fehlende Grünfläche wird sich schmerzhaft bemerkbar machen. Schon heute haben wir im Sommer Temperaturunterschiede von 5°- 8°C zwischen Stadtrand und City, besonders die Nächte werden kaum noch Abkühlung bringen, wenn die Grünflächen in der City bebaut werden. Auch die Kleingartenbesitzer haben keine Möglichkeit mehr, den überhitzten Wohnflächen ihrer Mietwohnungen zu entgehen.

Tomaten wachsen im Rheinflußbett Sommer 2018

Die Möglichkeit, die ich sehe, diesem Dilemma zu entgehen, wäre die Gärten auf die Dächer zu verlegen, Fassaden zu begrünen, kleinere Grünflächen vor Ort zu schaffen, grüne Bänder durch Berlin zu ziehen, die Kleingärten und das Tempelhofer Feld zu erhalten. Den Bau von neuen Hochhäusern zu unterbinden, um die Durchlüftung der Stadt zu fördern, die Außenbezirke mit Infrastruktur zu versorgen und an den Nahverkehr anzubinden, diesen bezahlbar zu halten.

Aber das Alles erfordert Mut, Geld und Weitsicht, der Wille war bis jetzt dazu jedenfalls nicht vorhanden und man sollte dieses Thema, aus Trägheit, nicht Populisten überlassen.

Auch wenn es unbequem ist und auf Widerstände stößt.

Wirklich zukunftsweisende Entwicklungen unserer Stadt, für die nächsten 50 Jahre vorausschauend zu planen, sollte unser vornehmstes Ziel sein, wir müssen jetzt handeln und es nicht den nächsten Generationen zumuten, damit irgendwie fertig zu werden.

Die Monotonie der Gleichmacherei

Phantasielose Heckenbepflanzung

Wenn ich durch Berlin laufe und mir die neu entwickelten Wohnstandorte ansehe, sind die meisten austauschbar und monoton. Die unvermeidliche Kirschlorbeerhecke (ist gerade große Mode unter Bauinvestoren, wenn nicht doch auf Thuja zurückgegriffen wird), zwei Kugelahorne links und rechts vom Eingang, in diesem Fall wurden wenigstens 3 Birken gepflanzt, ein paar Bodendecker, der Rest pflegeleichter Betonbelag, wo man im Grunde mit dem Staubsauger gleich weiter putzen kann.

Neudeutsch bezeichnet man das als modulare Bauweise, einmal vom Architekten entworfen und einmal bezahlt, 100fach gebaut, aber eigentlich eine Verarmung der Gesellschaft, weil langweilig, beliebig und egal. Und es trifft alle Bauten, ob Einfamilienhaus oder Wohnblock. Der Garten ist von der Stange.

Gartenhaus, Rasen, Blumenrabatte und dank der EnEV (Energiesparverordnung) kein Baum und Strauch höher als zwei Meter, da ja sonst die Verschattung droht und die wertvolle Ökobilanz des Energiesparhauses den Bach runter geht.

Noch schlimmer ist die Technik, bei der das Haus mit Luft Wasser Wärmepumpen beheizt wird und die Schläuche dafür im Garten verlegt sind, sodass man nur monotonen Rasen verlegen kann ( am besten Kunstrasen, den muss man nicht mal mehr mähen).

Im Grunde geht das vollkommen am Menschen vorbei. Er lebt in einer Plastikhülle, die künstlich belüftet werden muss und schneidet sich draußen, weil kein Baum und Strauch mehr wachsen darf, von der Sauerstoffzufuhr ab.

Das ist schon schizophren, denn die beiden Verordnungen Naturschutz und EnEV, die eigentlich helfen sollten den Klimawandel zu bremsen, laufen in Deutschland vollkommen aneinander vorbei.

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Texte:

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Atelier-Metscher
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Die ewige Frage: Was wächst wo?

 

Immer wenn ich mit einer Gartenplanung beauftragt werde, kommt diese Frage von meinen Auftraggebern. Nach vielen „ try and error“ Versuchen sind sie frustriert und glauben nicht wirklich an eine Lösung. Für mich ist es dann immer sehr schwierig, sie von Gegenteil zu überzeugen.

Natürlich kann man radikal vorgehen und wie im Botanischen Garten geeignete Standortbedingungen schaffen, viele Gärtner bieten so etwas ihren Kunden an.

Im ersten und zweiten Jahr funktioniert das toll und sieht klasse aus, – ohne Zweifel. Aber ab dem dritten Jahr fangen die Pflanzen an zu kränkeln oder verschwinden ganz. Denn der Aufwand der im Botanischen Garten für die Pflege der Pflanzen geleistet wird ist im normalen Leben mit viel Zeit, und wenn man die nicht hat, mit entsprechenden Kosten verbunden.

So ist es einfach sinnvoller die vor Ort gegebenen Bedingungen für sich arbeiten zu lassen und geeignete Pflanzen heraus zu suchen und zu setzen.

Hier beginnt die wirkliche Kunst, was am Standort wächst, entspricht nicht unbedingt dem Baumarktpflanzen Sortiment. Ganz abgesehen davon, dass die Qualität unter der Quantität der gebotenen Pflanzen leidet. Und weil die Marge zu gering ist, müssen viele kleine Pflanzen möglichst schnell verkauft werden, damit sich das für die Baumärkte rechnet.

Masse statt Klasse

Klar man kann auch in Fachgärtnereien und Baumschule Pech haben, aber die Chancen genau die passenden Pflanzen zu finden ist erheblich größer, da das Sortiment eher auf die örtlichen Standortbedingungen abgestimmt ist und nicht ganz so stark den Modeströmungen folgt.

Warum ich meinen Beruf als Gartenplanerin liebe

Berlin

Nachdem ich nun zweieinhalb Jahre das Thema Bloggen von der einen Seite zu der anderen Seite und wieder zurück gewälzt habe, weil ich einfach nicht wusste wie viel und was ich über mich privat und geschäftlich schreiben sollte, fange ich jetzt einfach nochmal an.
Das Thema Garten begleitet mich von klein auf. Schon in den 70 zigern hat mein Vater wie es so schön Neudeutsch heißt „Urban gardening“ in Berlin betrieben.
So hat er mit uns Kindern auf dem hinteren Grundstück, auf dem eine Ruine stand in den Schuttbergen Erdbeeren, Bohnen und Gurken angebaut, indem er einfach Erde drauf geschüttet hat, was natürlich eine Art von Guerillia gardening war, weil uns das Grundstück ja gar nicht gehörte. Für mich war das ein Paradies, den Abenteuerspielplatz hinter dem Haus zu haben (es war ein illegaler Bau der abgerissen werden musste, weil der Käufer nicht begriffen hatte, dass das Haus nur in seiner ursprünglichen Form Bestandschutz geniest). Leider habe ich keine Fotos von unseren Beeten, aber in meiner Erinnerung haben die Erdbeeren großartig geschmeckt.

Odenwald

Anfang der 80 iger Jahre sind wir dann nach Baden Württemberg gezogen, da mein Vater in Berlin nach seiner Doktorarbeit keine Anstellung fand. Es hat ihn aber nicht gehindert sofort im Odenwald ein Grundstück mit einer Streuobstwiese zu kaufen. Es war ein großes Grundstück auf dem er eigentlich ein neues Haus bauen wollte. Dazu ist es nicht gekommen, weil meine Mutter gewütet und getobt hat sie zöge nicht aufs Dorf, das könnte er vergessen ( typisch Stadtpflanze eben). Es wäre auch sehr krass gewesen, von Berlin West mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern aufs Dorf mit 150 Menschen zu ziehen. Aber ich habe zum ersten Mal zuckersüße Mirabellen gegessen, so was kannte ich nicht aus Berlin. Da gab es nur Sauerkirschen und Pflaumen.

Heidelberg

Also sind wir nach Heidelberg in eine kleine 4- Zimmer Penthouse Wohnung gezogen im achten Stock. Da um das Penthouse herum ein 3 Meter breites Kiesdach war, konnte mein Vater nicht widerstehen und hat sofort zwei Hochbeete gebaut, die wir beide mit einem Tannenbaum und Rosen bepflanzt haben. Den Tannenbaum deswegen, weil er zum 1 Advent beleuchtet werden musste, da war mein Vater eisern. So konnte man im Winter, wenn man von der B3 nach Hause gefahren kam, in fünf Kilometer Entfernung unsere Wohnung noch erkennen. Diese Beleuchtung hat dann in den nächsten Jahren etliche Nachahmer gefunden. Besonders die dort stationierten Amerikaner fanden es so großartig, dass sie die Idee auf dem Dach des US Hospitels sofort übernommen haben, natürlich mit sehr viel mehr Blink, Blink.

Schwetzingen

Quelle:Von Misburg3014 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Meinen bewusst wahrgenommen Kontakt zu Schlossgärten hatte ich in Schwetzingen. Natürlich sind wir in Berlin in Schloss Charlottenburg, auf der Pfaueninsel und im Botanischen Garten gewesen, aber so richtig die Struktur eines barocken Gartens habe ich erst in Schwetzingen kennengelernt. Anfang der 80 ziger Jahre hatte man zwar die Elemente des französischen Barockgarten gepflegt, aber die Bepflanzung eher monoton gehalten. So war das Paterre mit mit Stiefmütterchen und Eisbegonien gepflastert. Der heutige Tenor der Gartendenkmalpflege ist natürlich ganz anders als vor 30 Jahren, jetzt quillt wieder das Paterre, wie im Barock üblich, vor Farben und Pflanzenarten über, schließlich wollte man ja damals zeigen wie Weltmännisch man war und zeigte jede Pflanzeneroberung, ob sie nun farblich und vom Habitus zusammen passten war dabei herzlich, aber egal.

Was ich aber bemerkenswert finde, ist, dass der Garten von der gesamten Bevölkerung schon zu kurfürstlichen Zeiten frei und kostenlos zugänglich war, sodass jeder die Pracht bewundern konnte. Man stelle sich das heute im Kanzlergarten vor. Alles gut gesichert.

Quelle: Michael Zoll, leider verstorben 2013

 

 

Das Wasser mitdenken

 

Überflutete Straßen, vollgelaufene Gebäude und Schäden in Millionenhöhe – wenn die Kanalisation die Wassermassen bei Starkregenereignissen nicht mehr aufnehmen kann, hilft nur ein durchdachtes Regenwassermanagement.
Während man in der Vergangenheit weitestgehend mit Konzepten, die auf „Verteidigung“ setzten, gearbeitet hat, setzt man heute vielmehr auf Konzepte, die sensibel und nachhaltig mit den temporär auftretenden Wassermassen arbeiten. Ziel ist es, das Wasser zwischenzuspeichern und zeitversetzt wieder an den Wasserkreislauf abzugeben.
Städte weisen ein hohes, meist brachliegendes Flächenpotenzial für Bauwerksbegrünungen wie Dach- und Fassadenflächen auf. Bauwerksbegrünung kann aufgrund ihrer bau- und vegetationstechnischen Eigenschaften einen wichtigen Beitrag zum urbanen Regenwassermanagement leisten.

 


Dieses Mehr an „Grün in der Stadt“ generiert weitere positive Effekte: Luftreinhaltung, Hitzeschutz, eine Erhöhung der Biodiversität und für die Bewohner eine insgesamt höhere Lebensqualität. Aus dem Risiko Wasser kann so zukünftig eine Chance für urbane Gestaltung und den nachhaltigen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser werden.

 

Das Spektrum konkreter Maßnahmen ist breit:
Kleinmaßstäbliche Einzelmaßnahmen sind beispielsweise die Dach- und Fassadenbegrünung wie die Entsiegelung von Flächen mit wasserdurchlässigen Pflaster – und Straßenbelägen. Regenwasserspitzen, wie sie bei Starkregenereignissen auftreten, werden gepuffert und zeitlich verzögert abgegeben. Konstruktion und Aufbau, Substrate und Trägermaterialien sowie Pflanzen ‚managen’ das auftreffende Wasser unterschiedlich. Je nach Aufbaudicke und Begrünungsart beträgt die jährliche Wasserrückhaltung von Dachbegrünungen zwischen 40 % für die Extensivbegrünung und >90% für Intensiv-begrünungen. Im urbanen Raum können Regenspielplätze, bepflanzte Flächen und der Aufbau von Wasserwegen punktuell entlasten.

 


Auch im privaten Bereich sind Bauherren nach § 55 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) verpflichtet, Regenwasser, das auf dem neu bebauten Grundstück auftritt, getrennt vom häuslichen Schmutzwasser zu sammeln und entweder zu versickern, zu verrieseln oder ohne Vermischung mit Schmutzwasser direkt oder über eine Kanalisation in ein Gewässer einzuleiten.
Einen umfassenden Hochwasserschutz bieten großmaßstäbliche Konzepte und Masterpläne, die unterschiedliche Maßnahmen kombinieren. Gleichzeitig geht es um die Neugestaltung von öffentlichen Räumen – Straßen, Plätzen und Parks –, die ein offenes Nebeneinander von (temporärem) Wasser und Infrastruktur erlauben.
„ Das Wasser mitdenken“ – dieser Leitsatz könnte für betroffene Städte völlig neue planerische und architektonische Ansätze generieren. Daraus entsteht ein interdisziplinäres Zusammenspiel von Wassermanagement, Stadtplanung, Architektur und Landschaftsarchitektur.
Gute Planung macht sich immer bezahlt.

Garten- und Landschaftsarchitekt und Landschaftsgärtner im Vergleich

Garten- und Landschaftsplaner

Garten- und Landschaftsplaner gärtnern nicht nur. In erster Linie haben sie ihr Studium absolviert, um Konzepte für die passende Begrünung beispielsweise von Firmen- oder Behördenflächen, von Schulanlagen, Fußgängerzonen oder öffentlichen Freiflächen, auch für Dach und Fassade und natürlich auch für Privatgärten, zu entwickeln.

Sie informieren sich über die Art der Nutzung eines Gebäudes und Geländes und über die Bedürfnisse der dort arbeitenden oder lebenden Menschen. Sie planen entsprechend Wege und Sitzmöglichkeiten, Teiche, Wasserläufe oder Brunnen ein, und sie analysieren die Standortbedingungen für Bäume, Büsche und Blumen, die sie entsprechend auswählen. Darum müssen sie sich mit Pflanzen und deren Eigenschaften sehr gut auskennen, aber auch mit Kunst und Ästhetik. Sie haben durch das Studium (3-6 Jahre) ein Gefühl für Räume und ihre Beziehungen entwickelt.

Garten- und Landschaftsarchitekten sind die Spezialisten für die Planung der Landschaft, der Freianlagen im öffentlichen Raum bis hin zu Privatgärten.
Sie erstellen auch Pläne für bestimmte Baumaßnahmen der Außenraumgestaltung und überwachen die Bauarbeiten. Sie sorgen dafür, dass auf Spielplätzen, in Parks, in Sportanlagen und auf Freiflächen in der Stadt alle ihren Platz finden. Kinder, Erholungssuchende, Sportler… und die Pflanzen. Ist das Konzept nicht durchdacht oder die Pflanzen ungeeignet, sind erst das Grün und dann die Nutzer weg.

Landschaftsgärtner

Landschaftsgärtner haben eine Lehre im Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau 3 Jahre) absolviert und sich gegebenenfalls über einen Meister- oder Technikerlehrgang fortgebildet. Landschaftsgärtner lernen in ihrer Ausbildung bautechnische Aufgaben zu lösen, etwa einen Plan des Garten- und Landschaftsplaners in die Praxis umzusetzen.

Dazu müssen sie zahlreiche Bautechniken beherrschen, etwa das fachgerechte Befestigen von Wegen und Plätzen, das Bauen von Mauern, das Anlegen von Rasenflächen oder das Pflanzen von Stauden und Gehölzen. Zusätzlich müssen Sie sich mit allen Gewerken beschäftigen, die im Garten Bedeutung haben, also die Arbeit mit Holz, Stahl, Naturstein oder Beton.

Außerdem sind sie qualifizierte  Pflegekräfte. Landschaftsgärtner arbeiten in Garten- und Landschaftsbau-betrieben, die zunehmend auch Landschaftsarchitekten oder Diplomingenieure der Landschaftsarchitektur beschäftigen, um neben der Ausführung auch qualifizierte Planung anbieten zu können.

Xavier hat zugeschlagen

Eiche über Werkzeugschuppen

Auch bei uns hat Xavier kräftig zugeschlagen. Was mich erstaunt hat ist, dass es eine gesunde Eiche in drei Teile zerlegt hat. Ich hätte mit dem kranken Solitär gerechnet, aber dem geht’s gut, der hat noch nicht mal sein Totholz verloren. Nun hängt ein Teil des Baums über unserem Werkzeugschuppen und es wird beliebig schwierig den Baum fachmännisch zu fällen ohne das der Schuppen größeren Schaden nimmt. Da er sich aber gut in einer anderen Eiche verhakt hat, können wir noch mit dem Fällen warten bis das Laub gefallen ist und damit nicht mehr soviel Masse vorhanden ist.

Eichenbaumpilz

An den anderen Eichen wächst ein roter Baumpilz, der Leberreischling oder auch Ochsenzuge genannt. Dieser Pilz ist ähnlich dem Schwefelporling ein Schwächeparasit. Hat er sich einen Baum als Wirt ausgesucht, erzeugt er darin Weißfäule. Das Holz bekommt dadurch eine intensive braunrote (Hartröte) Färbung. Dieser Pilz wurde in der Zeit des Barock heiß geliebt, weil er die tollste Holzmaserung verursachte. Die Zerstörung dauert oft bis zu zehn und mehr Jahren. Bricht der Baum dann zusammen, entstehen rötlich kleine Holzwürfel. Der Leberreischling zersetzt die Gerbsäure im Wirtsbaum. Der Ochsenzunge werden Eigenschaften als Radikalfänger und eine antibakterielle Wirkung zugesprochen. In der Literatur wird er als wertvoll beschrieben, deswegen sollte man ihn nicht vollständig entfernen, sondern nur kleinere Stücke verwenden. Er ist ungiftig und jung essbar. In England wird er als Beefsteak Fungus bezeichnet und lässt sich paniert wie ein Schnitzel essen.

 

Das Experiment beginnt

Winterpanorama Alexanderdorf

Nachdem ich fünf Jahre einen Garten nur für meine Experimente gesucht habe, bin ich im Oktober 2014 über den ehemaligen Forsthof Alexanderdorf gestolpert und habe mich in das Grundstück verliebt. Uns schräg gegenüber liegt das Kloster der Benediktinerinnen St. Gertud, das in den 30iger des letzten Jahrhunderts gegründet wurde, und hinter dem Grundstück der Königlich Preußische Forst mit teilweise sehr altem und wunderschönem Baumbestand. Die alten Eichen sehen sehr knorrig aus. Der Wald heißt natürlich nicht mehr so, weil ihn die Geschichte überrollt hat und er jetzt zu der Gemeinde Mellensee gehört. Das Bild ist von unserem Nachbarn an einem der wenigen Schneetage Weihnachten 2014 aufgenommen worden. Nochmals herzlichen Dank!